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... begann an dem Tag,
als ich die junge Dogge mit Hilfe meines Lebensgefährten und
natürlich der Doggen-Nothilfe bei ihren Ex-Besitzern herausholte
(siehe "Vorgeschichte").
Wir hatten ja noch den Doggenwelpen Moses (der etwa 6-7 Wochen alt
war) im "Schlepptau", der bei den furchtbaren Leuten im
Hühnerstall hauste (warum sie den jungen Doggenrüden egentlich
hatten weiß niemand - wahrscheinlich "nur" zum Weiterverkaufen...).
Dogge Mausi hasste Moses irgendwie, aber alle Versuche von ihr ihn
zu ermorden wurden von mir vereitelt. Da die Doggenhündin etwa
doppelt so alt war und daher auch um einiges größer,
setzte sich Mausi immer auf den Doggenwelpen um ihn richtig "platt"
zu machen (also natürlich verhinderte ich das Schlimmste -
so richtig kam die freche Dogge dann doch nicht dazu). Doggenbaby
Moses blieb allerdings nur 3 Tage bei uns, da zur gleichen Zeit
bei einer anderen Pflegestelle der Doggen-Nothilfe Welpen waren
- das paßte.
Nun hatte Dogge Mausi
mich für sich ganz allein! na eigentlich auch nicht, denn der
weiße Schäferhund Igor und Kater Flecky wohnten ja schließlich
schon länger bei uns. Über die Katze freute sich die junge
Dogge natürlich - anfangs zuuuu sehr... Den älteren Rüden
fand unser Doggenkind auch toll. Die Sache hatte nur einen Haken:
beide fanden diesen durchgeknallten Wirbelwind nur blöd. Dogge
Mausi wollte so mit der Katze weiter spielen, wie sie es auf dem
Gehöft mit der anderen Katze tat. Das ging natürlich nicht.
Nun begann ich in mühseliger Kleinstarbeit der wilden Dogge
beizubringen, dass sie zu dem Kater nur Kontakt findet, wenn sie
lieb ist. Als die kleine Dogge aufhörte den Kater dauernd zu
stellen und auch einfach mal "cool" blieb, wurde langsam
eine Freundschaft zwischen Hund und Katze.
Heute sind sie ein Herz
und eine Seele. Und das wunderbare ist eingetreten: Kater Flecky
liebt seine Dogge Mausi sogar noch mehr, als sie ihn. Er leckt der
Dogge die Ohren ab, ja den ganzen Kopf. Schmiegt sich an sie. Einfach
herrlich! Eines hat sich unsere Dogge aber beibehalten: wenn wir
vom Spaziergang kommen rennt sie der Katze kurz mal eben hinterher
(nur ein kleiner Hopser), aber das ist ein Ritual geworden und nicht
böse gemeint. Der Kater wartet schon darauf, er weiß,
dass Dogge Mausi ihn nichts tun will und kommt sofort wieder an.
Im Gegenzug dafür beißt er unserer Doggendame gern mal
in die Rute und spielt damit, als wäre es eine Schlange. Sie
wissen heute, wie sie miteinander umgehen können, wie weit
sie gehen dürfen. Falls Dogge Mausi mal keinen Bock auf seine
Zuwendung hat, genügt ein ganz leises Knurren und Mieze läßt
den Hund mal kurz in Ruhe (ohne dabei Angst zu haben).
Unsere hübsche
Dogge ist generell ein richtiger Katzenfan geworden. Natürlich
alles eine Übungssache. Wenn wir draußen Katzen treffen,
und diese mal stehen bleiben, dann beschnuppert sie die Katzen sehr
gern. In den ersten Jahren ist Dogge Mausi den Katzen noch hinterher
gerannt, wenn diese losrannten (wenn sie sitzen blieben war alles
ok), aber auch nichtmal das macht das brave Doggenmädchen heute
noch. Manchmal verfolgen uns Katzen sogar - sie merken wohl, dass
dieser riesen Hund ein toller Katzenkumpel ist.
Mit unserem Rüden
Igor war es anfangs so, dass er die junge Dogge völlig ignoriert
hat (als wäre sie Luft). So 14 Tage ging das "Spielchen"
- was aber total normal ist. Er war ein souveräner Althund,
der genau wußte, wie man so einen Junghund behandeln muss.
dadurch mußte ich quasi erstmal als Ersatzhund einspringen.
Die junge Dogge hatte ja in allen Bereichen unendlich viel Nachholbedarf,
dass ich jede Menge zu tun hatte (spielen, schmusen, erziehen...).
Anfangs habe ich ihr nette Beinamen verpaßt, wie "Drachenzahn"
oder "Hop Sing", weil sie echt verrückt war. Die
freche Dogge sprang immer wie ein flummi durch die Gegend (Hop Sing)
und die Zähnchen hatte sie ja schließlich zum Beißen
(Drachenzahn). Die Dogge biß überall hinein (Beine, Po,
Bauch, Arme, Busen und Herrchen einmal sogar in die Stirn, als wir
gerade zu Besuch bei einem jungen Pärchen waren, die nicht
schlecht dreinschauten als das Blut floss und wir eigentlich keine
große Reaktion zeigten...).
Nun mußte ich
wir etwas ausdenken, damit die wilde Dogge ihre Triebe in vernünftigen
Bahnen abreagieren konnte. Also habe ich von nun an immer meine
"Rettungsleine" dabei gehabt (es war eine ausrangierte
Hundeleine, die wie eine lange Kordel war und sich daher prima zum
zotteln eignete). Dabei hat sich Dogge Mausi ordentlich ins Zeug
gelegt: hat gezerrt und gezogen, geknurrt und wir haben uns im Kreis
gedreht - ein schönes Spiel, was aber immer unter Kontrolle
blieb. Wollte Mausi "überdrehen" beendete ich das
Spiel und wir machten kurz mal etwas anderes, um nach einer Pause
erneut zu spielen. Wir haben auch Ballspiele versucht und Doggenkind
Mausi hatte auch immer Quietschetiere - aber das Zotteln war als
Junghund ihr liebstes Spiel.
Und nicht zu vergessen:
Mauselöcher buddeln (daher auch der neue Name Mausi) - auf
dem Foto buddeln die junge Dogge in einem Wasserloch, was ich ihr
im heißen Sommer angelegt hatte:
Natürlich sind
wir auch täglich spazieren gegangen, aber zunächst nicht
so lange, weil das Doggenkind ja noch im Wachstum war (bei großen
Hunderassen, wie der Deutschen Dogge, muss man ja extrem aufpassen,
damit die Beine nicht krumm und schief werden und der Hund dadurch
nicht mehr richtig laufen kann). Durch die ausreichende, wohl dosierte
Bewegung und Beschäftigung wurde Dogge Mausi immer zugänglicher
für die Übungen, die ich mit ihr machte. Sie machte täglich
Fortschritte, dass es eine Freude war.
Und einen extremen Schmusenachholbedarf
hatte diese arme, junge Dogge - man glaubt es kaum! In den ersten
14 Tagen kroch Mausi mir förmlich !in die Tasche". Vorher
hatte sie ja niemand beschmust. Einerseits war die kleine Dogge
mein Drachenzahn und andererseits die verschmusteste Babydogge der
Welt! Sobald ich mich auf´s Sofa saß, lag das Doggenkind
auf meinem Schoß (also zur Hälfte, der Popo paßte
nicht mit drauf). Und zum Kuscheln auch mal ins Bett. Sie brauchte
enorme Nestwärme - aber da war sie ja bei mir an der richtigen
Adresse ;o) Auch heute noch, als Hundeomi, liegt sie mit Vorliebe
hinter meinem Rücken auf dem Sofa. Sie steckt ihre Vorderpfoten
und den Kopf dahinter, ich bin ihre Schutzhöhle. Manchmal ist
das echt unbequem - aber wenn sie dann mal woanders liegt vermisse
ich sie auch schon wieder...
| gemütlich,
oder? |
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An dieser Stelle möchte
ich betonen: wer eine "Kontaktallergie" hat, sollte sich
keine Deutsche Dogge als bevorzugte Hunderasse aussuchen! Doggen
sind groß, ja - aber nur äußerlich... Im Inneren
sind sie kleine Schoßhündchen und wollen am liebsten
auf den Arm ;o) - Gut, also in den ersten 14 Tagen klebte klein
Mausi an mir wie nix. Egal wo ich mich befand, ob Küche, Bad,
Schlafzimmer, Wohnzimmer, Garten - da war dieser noch halbgroße
Hund. Daher bekam sie später den Titel "Klebemausi"
von mir verpaßt... Nun kann man sich vielleicht vage vorstellen
wie furchtbar ihre ersten 4 Monate des Hundelebens gewesen sein
müssen, so wie sich verhielt. Und jetzt stellen wir uns mal
vor wie es ist, wenn eine Dogge jahrelang in einem Zwinger ohne
Zuwendung sitzt (Steigerung mal x%)...
Nach 14 Tagen kam ein
Anruf der Doggen-Nothilfe: es gäbe einen Interessenten für
Dogge Mausi. Da ich ja eigentlich nur die Pflegestelle war, sagte
ich okay - aber im Inneren brodelte es. Ich hatte mit dieser kleinen
Dogge so viel erreicht, ihr viel beigebracht und irgendwie wurde
sie immer süßer. Ja, ich hatte bereits mein Herz verloren.
Mein Partner wollte sie auch nicht gehen lassen. Wir überlegten
und sprachen viel über die Situation. Da dieser kleine Feger
auch nicht ganz einfach zu handhaben war, kamen noch Ängste
dazu, wie die neue Familie wohl damit ungehen würde... Uns
war regelrecht schlecht und wir wußten nicht wie wir uns entscheiden
sollten... Und dann ist was Wundervolles passiert: plötzlich
fing unser Rüde Igor an mit der Doggenhündin zu spielen,
sie zu mögen und zu akzeptieren. Dieses Zeichen des Schicksals
konnten wir nicht ignorieren (wieso kam es nicht 1 oder 2 Tage früher
- nein, genau dann...). Und so blieb Dogge Mausi...
Wie es weiter ging steht
hier unter Doggenleben
2.
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