Doggenportrait...

                                          ... einmal anders

 


 

     

     

     

     

     

     

     

     

 

Die Vorgeschichte der Deutschen Dogge Mausi


... begann alles andere als angenehm, geschweige denn doggengerecht. Eine artgerechte Haltung einer Deutschen Dogge sieht weitaus anders aus...

Dogge Mausi wurde einzig zu dem Zweck geboren Geld zu bringen. Sie brachte dem "Züchter" auch Geld ein und so zog die kleine Babydogge bei ihrer neuen "Familie" ein. Allerdings nicht wirklich, denn Mausi wurde in einen Zwinger gesperrt. Ein kleiner Doggenwelpe, der noch Geborgenheit und Liebe braucht (also das brauchen Doggen natürlich auch, wenn sie schon erwachsen sind, aber ein Hundebaby direkt ab in den Käfig zu schicken - wie herzlos muß man da eigentlich sein?). Warum kaufen sich Leute einen Hund für gutes Geld, wenn sie den Welpen gar nicht bei sich haben wollen? Nun, die kleine Babydogge Mausi blieb im Knast.

Etwa 6 Wochen nach dem Einzug der Dogge in den kalten Zwinger ohne Schlafplatz - wenn man mal von dem ollen Kartoffelsack absieht - nahmen die Besitzer den Doggenwelpen mit ins Haus. Aber nicht etwa, weil sie Mitleid mit der armen, kleinen Dogge hatten (die sich bestimmt erstmal gefreut haben muss...), sondern weil sie den Dorftierarzt bestellt hatten. Nun wurden Mausi auch noch die Ohren abgeschnitten (und ich könnte wetten, dass dies ohne Narkose geschah - so wie die kleine Dogge anfangs sehr kopfscheu war - und teils noch heute ist). Die junge Dogge mußte unendliche Angst und Schmerzen aushalten. Um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen erlaubte die Besitzerin der kleinen Dogge Mausi für 2 Nächte im Haus zu schlafen (na wie gnädig...).

Ab dem 3. Tag musste klein Dogge Mausi wieder in der Oktoberkälte im Zwinger verweilen. Da saß sie nun, die junge, wunderschöne Deutsche Dogge - mit verstümmelten und genähten Ohren, voller Schmerz und Sehnsucht. Sie durfte nicht raus, nicht spielen und kam mit der Situation gar nicht zurecht (wie man später eindeutig merkte). Zu dieser Zeit etwa lernte ich die kleine Dogge Mausi kennen, da ich ab und zu bei der Doggen-Nothilfe aushalf. Ich war eigentlich wegen einem anderen Doggenwelpen dort. Jedoch als ich das gefleckte Häufchen Elend hinter den Gitterstäben sah, wußte ich: diese Dogge muss da raus! Ich mußte mich regelrecht zusammenreißen, dass ich nicht gleich losweinte... Und die junge Dogge hat offensichtlich auch sofort gemerkt, dass ich "anders" war. Ich sprach ganz ruhig mit der kleinen Dogge, schenkte ihr ein paar nette Worte, steckte meine Hände durch das Gitter und streichelte den armen Welpen. Dogge Mausi genoß es wie wahnsinnig - ihre Augen blitzten voller Hoffnung. Und als ich meine Arme wieder aus dem Zwinger nehmen wollte, hielt mich die kleine Dogge mit ihren Milchzähnen, ganz sanft an meiner Jacke fest, als ob sie sagen wollte "verlaß mich nicht". Ich kämpfte mit den Tränen und es war klar, dass ich diese Deutsche Dogge retten mußte. Nur zunächst mußte ich dies mit der Doggen-Nothilfe abklären (da von diesem Hund ja gar nichts bekannt war - es ging ja schließlich auch ums Finanzielle, ob es überhaupt machbar wäre). Als ich vom Hof ging ertönte ein erbärmliches Schreien - Dogge Mausi verfiel in Panik, da sie nun dachte, ich würde sie ebenfalls im Stich lassen (wie alle anderen Menschen zuvor)...

Ich habe die Babydogge nicht im Stich gelassen und kam mit dem OK der Doggen-Nothilfe und genügend Freikaufgeld zurück. Jeder hat seinen Preis, so auch das Ex-Herrchen. Dogge Mausi war frei! Was für ein Gefühl! Die kleine Dogge flippte förmlich aus vor Freude. Und was diese relativ kurze Zeit im Zwinger alles bereits an Schaden angerichtet hatte, merkte ich Stück für Stück. Dogge Mausi, die damals noch Jule hieß, war völlig durchgeknallt und gaga. Ein Wunder ist dies sicherlich nicht. Denn sie mußte ja erstmal ihren Spieltrieb ausleben und die ganze aufgestaute Energie loswerden! Alles was sich bewegte wurde "attackiert". So packte sie sich erstmal die nächstbeste Katze an den Hinterbeinen um diese quer über den Hof zu schleifen, verbiss sich in meine Jacke und ließ gar nicht mehr los - und alles solche Scherze... Ich dachte nur bei mir "wir haben den Teufel befreit". Und ein Glück weiß unser Kater nichts von dieser "dunklen Vergangenheit" - sonst wären die beiden vielleicht heute nicht so ein "verliebtes Paar" ;o).
An diesem Tag ist die kleine Deutsche Dogge Mausi erneut geboren!!! Und von da an durfte sie auch sooo gemütlich liegen, wie es sich für einen so schweren Hund, wie eine Dogge geziemt:

Eigentlich kam Dogge Jule als Pflegehund zu mir. Sie sollte resozialisiert werden und dann in gute Hände vermittelt werden. Aber da hatte ich wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht *lach*. Die süße Dogge hat mich so um den Finger gewickelt, dass ich es nicht über´s Herz brachte... So blieb die Babydogge und es wurde aus der verückten Jule die süßeste Dogge der Welt, Mausi. Ich habe ihr mit viel Mühe und Zeit vieles beigebracht. Viel Arbeit in die Erziehung dieser wilden Dogge gesteckt. Und das mit Erfolg. Alles konnten wir nicht rückgängig machen, wie z.B. ihre Unsicherheit Artgenossen gegenüber (da sie durch mangelnde -bzw. keine- Sozialisierung viele Hunde nicht richtig "lesen" kann). Aber dennoch hat Dogge Mausi inzwischen genügend Hundefreunde, so dass dennoch der Kontakt zu Artgenossen gewährleistet ist - und das ist schon ok so.

Dogge Mausi hatte nochmal "Schwein gehabt" - denn ich befürchte sie wäre, wie viele ihrer Doggenkollegen, elendig zugrunde gegangen, hätten wir sie nicht gerettet. Nun wird sie geliebt, sie darf selbstverständlich im Haus wohnen, hat einen doggengerechten Liegeplatz - eine richtige Matratze für Erwachsene - und darf auf dem Sofa liegen. Ganz gemütlich und kuschelig (am liebsten hinter meinem Rücken gedrängelt). Denn eines darf man nie vergessen: Doggen brauchen noch ein bißchen mehr Menschenkontakt, als manche andere Hunderasse...

Zum Schluß noch ein Appell: es gibt noch viele Doggen denen es nicht so gut geht und die manchmal jahrelang so eine Odyssee durchmachen müssen mit Zwinger und Kälte, Einsamkeit und Hunger. Daher die Bitte an alle Doggenfreunde: schaut Euch um und wenn Euch was komisch vorkommt wendet Euch an eine Doggenschutzorganisation und sagt Bescheid! Vielleicht sucht sich ja auch der Eine oder Andere seine zukünftige Dogge über eine solche Organisation aus? Vielleicht könnt ihr auch irgendwie helfen (als Pflegestelle oder Pate oder so). Die sanften Riesen werden es Euch hundertfach danken !!!

 

 

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