Doggenportrait...

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Doggenhündin Dunja

 

 

Wann ist eine Dogge ausgewachsen? Mit etwa 1 Jahr, was die Höhe betrifft, etwa 2 Jahre was die Breite betrifft. Doggen sind Spätentwickler, das sollte einem Doggenhalter bekannt sein. Die geistige Reife erreichen Doggen zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr. Das zur Erläuterung, damit auch Personen, die sich mit Deutschen Doggen nicht so gut auskennen, wissen wovon wir reden, wenn wir sagen "mit 2 Jahren hatte die Doggenhündin schon zweimal Welpen" - und dies ganz furchtbar finden... Praktisch als Kind mußte die Doggenhündin Dunja bereits das erste Mal "werfen". Vermutlich wieder einmal mehr des "lieben Geldes" wegen. Die junge Dogge hatte bis zu ihrem 2. Lebensjahr bereits 2 verschiedene Halter. Beim ersten "Herrchen" kamen die ersten Doggenwelpen. Dann übernahm der 2. Halter den Hund - völlig ausgezehrt und abgemagert (so seine Aussage). Er überfütterte sie daher, so dass sie leicht übergewichtig war, als wir ihr begegneten. Kein Wunder, wenn man die Dogge hauptsächlich mit Fett füttert... Bei ihm mußte die Doggenhündin das 2. Mal Junge bekommen. Unfassbar, wie leute auf dem Rücken von Tieren versuchen an das schnelle Geld zu kommen. Und dann hat er sich selbst noch als "Held" und "Retter" von Dunja bezeichnet. So ein kleingeistiger Mensch!

 

Doggenhündin Dunja kurz nach der Übernahme von ihrem alten Halter

 

Nachfolgend drucken wir den Bericht ab, den wir seiner Zeit über die Doggenhündin Dunja verfaßt haben.:

Bericht über den Freikauf der Dogge Dunja:

Mitte November 2001 stand in einem Anzeigenblatt eine 2-jährige Grautigerhündin zum Verkauf. Wieder relativ preiswert. Wir riefen sofort an und bangten, daß sie auch noch da wäre. Sie war da. Wir erkundigten uns nach den Umständen, was die Dogge denn so kennt und gewohnt sei. Und als Antwort bekamen wir: "Sie ist halt ein Hofhund". Da wußten wir Bescheid. Die Doggenhündin hatte auch vor kurzer Zeit geworfen (die Welpen waren ca. 12 Wochen alt). Es war schon ihr zweiter Wurf und das mit gerade mal 2 Jahren...! Uns war klar, daß wir hinfahren mußten um das arme Mädel dort herauszuholen, denn der Besitzer hätte sie jedem X-beliebigen Interessenten mitgegeben. Nun ging uns wieder die "Muffe", denn uns war nicht möglich sie sofort zu holen. Wir mußten die ganze Sache um ein paar Tage verschieben. Ich bat den Besitzer dringend die Doggenhündin für mich zu reservieren. Und ich rief auch die nächsten Tage immer dort an, um mein Interesse zu bekunden. Inzwischen hatte sich ein weiterer Interessent gemeldet, den er aber erst einmal "auf Eis" gelegt hat. Puh! Nun hatten wir wahrscheinlich Glück, da es sich bei der Dogge um eine Grautigerin handelte, daß sich nicht so viele Leute meldeten. Der Tag war gekommen, die Hündin war noch da, wir fuhren hin. Als wir das Haus betraten dachte ich nur "ach, wir steigern uns ja langsam". Wieder alles total vermüllt. Dann lagen dort noch Tüten mit Fleisch auf der Erde, in einem großen Korb massenweise Gläser mit Schweineschmalz. Wieder gingen wir durch eine Hintertür, kamen in einen winzigen Flur, wo ein Rottweilerbaby im Dreck lag. Uns grauste jetzt schon mächtig! Dann in den Hof: also was wir da gesehen haben kann man kaum beschreiben! Es war ein ziemlich großer Hof, der in der Mitte geteilt war durch einen niedrigen Zaun. Rechts und links waren verfallene Baracken. Überall stand Schrott herum (kaputte Möbel, leere Eimer, irgendwelche Blechgegenstände usw.). Im vorderen Teil war noch eine Wäscheleine gespannt. Im hinteren Teil befanden sich zwei Doggen: ein schwarzer Rüde und Dunja, unsere Grautigerin.

 

Doggen lieben es gemütlich; so war auch Doggenhündin Dunja dankbar, dass sie es endlich warm, weich und kuschelig hatte...

Doggenhündin Dunja freute sich sehr über die weiche Couch...


 

Auch in ihrem Teil des Hofes der gleiche Schrott. Obwohl das Gelände ziemlich groß war hatten die Hunde nichts davon, weil ja überall der "Mist" lag. In der Mitte lag eine riesiger Berg mit allem möglichen Krempel und auch Baumschnitt. Als wir an den Zaun herantraten kamen die Doggen sofort an und ließen sich streicheln und gaben sogar "Küßchen". Sie genossen es, ausgiebig von uns getätschelt zu werden. Der Besitzer hatte mir am Telefon erzählt er hätte nur ein Halsband für beide Doggen, das er mir daher nicht mitgeben könnte. Ich fragte verwundert nach, als ich sah, daß jeder eins umhatte. Mir wurde zur Antwort gegeben: "Das Halsband können Sie doch mitnehmen, wir kriegen es nicht mehr ab."!!! Ich dachte mich tritt ein Pferd. Da haben die der Doggenhündin das Halsband angelegt als sie noch schlanker war und haben es nie mehr abgemacht... Dann sprach ich die Leute auf ihre Augen an, die knallrot waren und zudem noch ein Entropium hatten. Die Besitzer wußten nicht, daß diese stark eingerollten Augenlider krankhaft sind, sie kannten auch den Begriff "Entropium" nicht. Wegen der entzündeten Augen sagte der Besitzer nur, daß das Dach von der Hütte wohl undicht sei, so daß es etwas zieht. Er würde es dann aber reparieren. Wir fragten auch wieder nach dem Doggenrüden (gaben als Vorwand eine Bekannte an, die gern einen Rüden haben wolle). Das gleiche Spiel wie bei dem Vater von Jacob und Merlin. Den wolle er nicht hergeben. Die Doggenwelpen waren alle schon verkauft. Jedoch saß irgendwo links in einer Baracke ein Rottweiler, dann lief noch ein kleiner Mischling auf dem Hof herum. Rechts in den Baracken hielt der Mann sich noch Wildschweine (die er wohl züchtete). Dementsprechend hatte Dunja auch mehr Fett als Muskeln am Leib, da sie sich zum Teil von Schweineschwarten usw. ernähren mußte. Es war dort ein Bild des Jammers und wir machten den Kauf der Dogge Dunja perfekt. Wir gingen schweren Herzens, da dort noch so viele andere Tiere ein trauriges Dasein fristeten! Aber wenigstens haben wir dem armen Mädchen geholfen, daß vermutlich sonst weiterhin als Gebärmaschine missbraucht worden wäre. Bei uns zu Hause stellten wir dann fest, daß die Hündin sicherlich auch Schläge bekommen haben muß. Wenn ich z.B. etwas trinken wollte und eine Flasche Selters in die Hand nahm duckte sie sich gleich. Einmal habe ich meinem Lebensgefährten ein Schlüsselbund zugeworfen als Dunja neben ihm stand. Da ich nicht gut im werfen bin, landete es leider ca. 1 m vor ihr auf der Erde. Die arme Doggenhündin schmieß sich zu Boden und zitterte. Es war aber gleich wieder gut, als ich sie hätschelte und tätschelte. Nur fanden wir das natürlich sehr erschreckend. Niemand weiß was sie alles durchmachen mußte in ihrem kurzen Leben - aber mit Sicherheit nichts Gutes!!!

Ende des Berichts

 

 

Wieder steht man vor Fragen, wie: warum tun Menschen diesen wunderbaren Doggen soetwas an? Und warum fühlen sie sich auch noch im Recht und gar heldenhaft? Doggen sind so feinfühlige Hunde, dass es doch auch dem unsensibelsten Menschen auffallen müßte, dass sie leiden. Man sieht es Doggen sehr deutlich an. Der Gesichtsausdruck einer Dogge, die Körperhaltung - Doggen kommunizieren sehr klar und deutlich. Das kann man gar nicht übersehen... Immerwieder haben wir nur Fragezeichen über unseren Köpfen, denn erklären läßt sich das wohl nicht. Die Doggenhündin Dunja war nur einige Tage bei uns in der Pflagestelle, aber trotz ihrer miesen Vorgeschichte war sie ein toller, selbstbewußter Hund. Sehr stürmisch und wild zwar - aber das verwunderte uns nicht: die junge Dogge hat erstmal ihre Jugend ausgelebt, die sie vorher ja praktisch nicht hatte... Und die Hündin hat sich innerhalb weniger Tage eng an mich gebunden - eine wundervolle Dogge. Ich mußte weinen, als wir sie an ihre neuen Halter übergeben haben. Aber das Frauchen war eine sehr nette, einfühlsame junge Frau. Das beruhigte mich dann.

 

 

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