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Die Doggenhündin
Lisa war meine erste Dogge. Ich wollte schon seit langem einen Hund
dieser wundervollen Rasse zu mir nehmen. Hatte bereits jede Menge
Hundeerfahrung und mich auch über Deutsche Doggen umfangreich
informiert. Nun waren die Umstände für einen solchen großen
Hund gegeben und ich schaute mich bei Doggen-Nothilfe-Organisationen
um (für mich war von Anfang an klar, dass ich einen Hund vom
Tierschutz nehme!). Ich suchte per Internet, wollte am liebsten
eine gelbe Dogge zu mir holen. Aber alle Beschreibungen paßten
nicht so ganz in unseren Haushalt (zweiter Hund, Katze). Dann sah
ich die Doggenhündin Lisa auf einem Foto: sie war schwarz,
sah mickrig aus - wie ein kleiner Kobold, nicht besonders hübsch
- ABER diese Dogge hatte mit Abstand den traurigsten Gesichtsausdruck
von allen. Da war es um mich geschehen. Und als ich dann noch ihre
Charakterbeschreibung las, wußte ich, dass es das Schicksal
so will, dass meine erste Dogge eine schwarze Hündin sein sollte...
Lisa´s damalige
Beschreibung:
Lisa
eine ca. sechsjährige Hündin, wurde durch das Veterinäramt
beschlagnahmt und kam unterernährt in unsere Pflegestelle.
Lisa ist ein unproblematischer und lieber Hund, versteht sich mit
anderen Hündinnen und Rüden und auch mit Katzen und ist
sehr menschenbezogen.
Wir suchen für sie eine liebe Familie, die auch einer etwas
älteren Hündin ein schönes Plätzchen auf der
Couch, viele Streicheleinheiten und ruhigere Spaziergänge bieten
will.
Perfekt! Dieser "Deckel"
passte auf unseren "Topf".
Die Dogge Lisa kam über
die Doggen-Nothilfe
zu uns. Ich erinnere mich noch genau daran wie erschrocken ich war,
als ich die Doggendame das erste Mal "live" gesehen habe.
Sie sah aus wie ein Skelett mit Fell. Allerdings hatte sie da bereits
schon ein wenig zugenommen (sie war einige Zeit auf einer Pflegestelle
gewesen). Ich kann meine Wut nicht in Worte fassen, die ich auf
ihren Ex-Besitzer hatte und noch immer habe. Dieser "Mensch"
hat die arme Doggenhündin jahrelang in einen kleinen Dreckszwinger
gesperrt und sie fast verhungern lassen. Lange wäre es nicht
mehr gut gegangen...
Die Dogge Lisa wurde
ihr Leben lang geschunden, was starke körperliche Spuren hinterlassen
hat. So kam alles ganz anders, als wir es uns für sie und uns
gewünscht hatten. Lisa hat sich recht schnell eingelebt, obwohl
sie die ersten 2-3 Tage ein wenig traurig war, denn ihre Pflegeeltern
waren ja sehr gut zu ihr gewesen. Immerhin verbrachte die Dogge
dort ihre ersten zwei Monate in Freiheit, Sicherheit und Geborgenheit.
Aber innerhalb kürzester Zeit wurden wir richtige Freundinnen.
Lisa lief mir überall hinterher, lag mit ihrem Kopf auf meinem
Schoß, wenn ich saß. Ich habe sie super schnell sehr
lieb gehabt.
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Nach nur 14 Tagen war
die schöne Zeit vorbei: Lisa wurde schwer krank und hatte Probleme
mit dem Laufen. Mehrere Tierarztbesuche halfen nichts, so dass wir
nach 3 Wochen in eine Tierklinik fahren mußten. Sie wurde
nochmals geröntgt, aber irgendwie konnte auch der Knochenspezialist
der Klinik nicht feststellen woran es lag. Man empfahl uns, die
Doggenhündin noch am selben Tage operieren zu lassen, da die
Operateure dann wohl den Grund erkennen könnten und solgleich
beheben (evtl. Bandscheibenvorfall, Tumor, Wobbler oder war es der
Chip?). So blieb meine arme, süße Dogge Lisa nach dieser
kurzen Zeit, die wir miteinander verbringen durften, eine knappe
Woche in der Tierklinik.
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Dann holten wir unser
Mädchen heim. Allerdings nicht, dass wir die Dogge gesund pflegen
konnten, sondern die Klinik gab uns die Doggenhündin zum Sterben
nach Hause. Nur wußten wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht...
2 Wochen haben wir die schwerkranke Dogge hinaus- und hineintragen
müssen. Haben Lisa gewendet, damit sie sich nicht wund liegt,
haben die arme Maus mit Tabletten "vollgestopft". Alles
half nichts. Die Doggenhündin war zum Großteil gelähmt,
hatte extreme Schmerzen (bei den täglichen Anrufen in der Tierklinik
wußte man irgendwann auch keinen Rat mehr). Die letzten paar
Tage ihres Lebens hat unsere arme Dogge Lisa nur geweint und geschrien.
Als auch die letzte Tablettenumstellung nichts mehr half, konnten
wir nicht anders, als das liebe Doggenmädchen zu erlösen.
Der Tierarzt kam ins Haus und hat meine Doggenfreundin Lisa ganz
sanft einschlafen lassen.
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Wir wissen bis heute
nicht, was es genau war. Denn die Tierklinik hatte entgegen ihrer
Versprechungen, dass sie am offenen Hund die Ursache erkennen würden,
nichts gefunden, was diese Tragödie rechtfertigen konnte. Nicht
ausschließen kann man die Tatsache, dass Lieschen fast ihr
ganzes Leben lang stark unterernährt und unter schlimmsten
Zuständen, ohne Bewegung ihr Dasein fristen mußte. Solche
"Menschen", die soetwas mit Hunden (nicht nur Doggen)
tun, gehören eingesperrt.
Meine Freundin Lisa durfte
bei uns nur 14 Tage ein glückliches Leben führen, danach
begann die Tragödie. Und die letzten 14 Tage waren für
die arme Doggenhündin auch nochmal eine Qual. Wir sind so unendlich
traurig darüber (auch heute noch) und obwohl wir nur eine kurze
Zeit zusammen hatten, hat die süße Dogge ein riesen Loch
hinterlassen. Am meisten traf es natürlich mich, da ich ja
ihre Hundemami und damit Hauptbezugsperson war. Ich hatte mit so
viel Trauer ja noch nicht gerechnet. Dachte wir könnten der
geschundenen Doggenseele wenigstens 1-2 Jahre ein wundervolles Leben
als Wiedergutmachung bieten. Aber das war dem Doggenmädchen
leider, oh leider nicht vergönnt. Meine geliebte Lisa: es tut
mir so so leid - ich vermisse Dich und habe Dich immer noch ganz
doll lieb.
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