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Doggenhündin Rosalie

 

 

Nun stellen wir das Schicksal der Doggenhündin Rosalie, die bei einem Doggenzüchter, der seinerzeit noch Mitglied im DDC war, unter miesesten Umständen als Gebärmaschine missbraucht wurde. Wie konnte es geschehen, dass ein unter Kontrolle stehender Doggenzüchter eine Zuchthündin in Dreck und Elend, voller Krankheiten und Ungeziefer, wie Flöhen und Milben, jahrelang halten durfte und mit dieser Doggenhündin offiziell züchten durfte? Wozu gibt es Verbände und Organisationen, wenn sich nicht alle Züchter an strengste Richtlinien halten müssen? Die arme Dogge Rosalie hatten einen langen Leidensweg, der aber eines tages zu Ende war...

 

 

Nachfolgend drucken wir den Bericht ab, den wir seiner Zeit über die Doggenhündin Rosalie verfaßt haben.:

Bericht über den Freikauf der Doggenhündin Rosalie:

Mitte Januar 2005 erfuhr ich durch Zufall, dass Herr A. aus B. aus gesundheitlichen Gründen seine Zuchthündin, die Dogge Rosalie verkaufen wollte. Ich gab an, dass eine Bekannte von mir Interesse an der Doggenhündin hätte. Herr A. wollte für die ca. 61/2- Jährige Rosalie die stolze Summe von 2000,- € haben. Er begründete den doch sehr hohen Betrag damit, dass sie ja in einem sehr guten Zustand wäre und man sie in diesem Jahr nochmals decken lassen könnte/sollte. Sie würde immer viele Doggenwelpen haben (immer um die 12 Stück) und man könnte viel Geld damit verdienen... Ich machte einen Termin und fuhr zusammen mit meinem Lebensgefährten hin.
Der "Zwinger" in dem die Doggenhündin Rosalie gehalten wurde war ca. 2 m breit und 3 - 3,5 m lang. Er hatte 2 geschlossene Steinmauern und an 2 Seiten (vorn und links) Gitter, so dass Durchzug herrschte. Im hinteren Bereich war eine Holzhütte, direkt davor hingen 2 Futter/Wasser-Eimer an der Wand (rechts). Kurios war, dass links vor dem Gitter ein wenig Stroh lag, als ob es sich die Doggenhündin dort in der zugigen Kälte "gemütlich" machen sollte. Der Boden war schlammig und ich sah auch eine Pfütze. Ich konnte nicht feststellen, ob es eine Urinpfütze war oder ob es in den Zwinger hineinregnete (oder beides). Einen Auslauf gab es nicht. Auch war der Hof nicht eingezäunt, so dass man davon ausgehen kann, dass die Dogge Rosalie auf dem Gelände nicht frei laufen konnte. Da dort noch viele andere Tiere gehalten wurden, wie Gänse, Lamas und Pferde, gehe ich davon aus, dass Herr A. sich nicht die nötige Zeit für die Pflege der Doggenhündin genommen hat. Als wir nach einiger Zeit (wir mussten zunächst noch warten, bis eine Stute verladen wurde - denn schließlich handelte der Mann ja auch noch mit Pferden) endlich den Hund zu Gesicht bekamen fand ich den Punkt mit der "Pflege" bestätigt. Rosalie kam sehr freundlich / unterwürfig an, ließ sich sofort streicheln, freute sich über Zuwendung. Sie war in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Das Fell der Dogge war schmutzig, stumpf und sehr schuppig. Sie hatte an vielen Körperstellen Verhornungen (auf der Wirbelsäule, an der Rute, rechts und links neben dem After). Ihre Pfoten erschienen mir auch etwas geschwollen und man konnte auch erkennen, dass sich die Doggenhündin öfter die Pfoten geleckt haben musste, da diese rötliche Speichelverfärbungen aufwiesen. Sie hatte massiven Flohbefall. Aufgrund des schlechten Zustands gelang es uns den Preis von 2000,- € wenigstens auf 1500,- € zu drücken (was allerdings immer noch zu hoch war). Herr A. kommentierte wie folgt: "Na, Hauptsache sie kommt in gute Hände." Wir mussten uns auf die Lippen beißen um nicht zu kontern, wie etwa "noch schlechter geht es doch fast gar nicht mehr" oder Ähnliches. Er übergab uns Rosalie´s Papiere und meinte dann in diesem Zusammenhang, dass wir nichts weiter benötigen würden (keine Quittung oder Unterschrift, da es wohl so wie bei einem Auto wäre wenn man den KFZ-Brief besitzt, gehört einem auch das Auto...). Das kam uns ein wenig merkwürdig vor, aber ich möchte jetzt hier nicht meine persönlichen Vermutungen äußern... Jetzt hatten wir das Gröbste geschafft und wollten nur noch so schnell wie möglich mit Rosa dort weg. Sofort stieg die Doggenhündin auch in unser Auto ein. Sie stand noch und schnupperte um sich etwas zu orientieren (da es im Auto nach unserer Hündin riecht) - da knallte Herr A. die Heckklappe zu und Rosalie´s Rute ein! Ich schrie nur "der Schwanz ist eingeklemmt, macht die Tür auf" - was mein Lebensgefährte dann tat. Herr A., der näher an der Tür stand, machte nämlich keinerlei Bemühungen in dieser Richtung. Die Rute blutete sogleich und ich bekam eine mittlere Panik. Mein Lebensgefährte musste sich auch stark zusammenreißen so wütend war er über diesen "Kerl". Hatte er doch vorher sogar noch zu dem Doggenzüchter "pass auf den Schwanz auf" gesagt - und dieser dann nur mit "ach, ach" geantwortet. Nach mehrmaligem Ansprechen kam endlich jemand mit Verbandszeug. Ich beruhigte die Doggenhündin während Herr A. wickelte. Ich griff das Thema nochmals auf und sagte zu ihm er hätte doch kurz warten müssen bis der Hund sich etwas orientiert hat und sich niederlegte. Daraufhin kam die nächste "Schote" von ihm "die hat sich nicht hingelegt, weil es ihr zu weich ist - das ist sie nicht gewöhnt!". Was soll man dazu noch sagen? Ist das nicht ein Armutszeugnis, dass er sich selbst ausgestellt hat? Wie kann ein sogenannter Doggenzüchter (also müsste er die Rasse ja eigentlich kennen) behaupten, dass es einer Dogge zu weich zum Liegen wäre? Ich habe 6 Wochen alte Doggenwelpen gesehen, die sich bewusst für eine weiche Unterlage entschieden haben. Es scheint ihnen im Blut zu liegen, Herr A.!
Und selbstverständlich gefiel es Rosalie bei der nun folgenden Fahrt, dass es weich und warm in unserem Auto war. Sie war sehr brav und gelassen (wieder einmal nicht der Ansatz eines Trennungsschmerzes zu erkennen). Ich streichelte sie und sprach leise, freundliche Worte zu ihr. Das gefiel ihr und ich hatte später irgendwie den Eindruck als wüsste sie genau, dass wir ihre Retter sind. Als wir am Übergabepunkt angekommen waren ist mein Lebensgefährte mit der Dogge Rosalie schon ein paar Schritte auf eine Wiese voraus gegangen. Als ich hinterher kam freute sie sich "wie irre" - Fremde hätten denken können, dass sie mein Hund wäre. Und auch als die Pflegeeltern ankamen begrüßte sie diese, als wären es "alte Bekannte".
Ich bin so froh, dass dieses liebenswürdige Wesen nun endlich anfangen kann ein artgerechtes Hundeleben zu führen. Gleichermaßen bin ich wütend, dass das gleiche Geschöpf jahrelang im Dreck, in Kälte und Monotonie, ohne menschliche Zuwendung, als Geldanlage dahinvegetierend, missbraucht wurde!!!
Ich wünsche mir für die liebe Doggenhündin Rosalie, dass sie einen superschönen "Altersruhesitz" findet. Mit lieben Menschen, die sie nun nach jahrelanger Odyssee etwas verwöhnen, ihr nicht zu viel abverlangen und sich voll und ganz auf sie einlassen. Sie hat es mehr als verdient!

Ende des Berichts

 

 

Der Fall der Doggenhündin Rosalie ist kein Einzelfall. Daher sollte man immer die Augen und Ohren weit offen halten, wenn man sich eine Dogge bei einem Züchter kaufen will. Die Dogge Rosalie musste jahrelang Qualen erleiden, musste frieren, war einsam. Die Dogge hatte eine lange Krankheitsakte, wie sich im Nachhinein herausstellte. Was der Tierarzt der Pflegeeltern alles festgestellt hat ist auf der Homepage des Doggennetzes aufgelistet. Hier klicken . Rosalie hat ein schönes zu Hause gefunden - darüber freuen wir uns sehr.

 

 

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